10:00-10:30 Uhr Begrüßung

 

im Veranstaltungsraum der ehemaligen Häftlingswäscherei der Gedenkstätte Sachsenhausen

 

Grußwort: Dr. Martina Münch, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg

Prof. Dr. Günter Morsch, Vorsitzender des AK I der Berlin-Brandenburgischen Gedenkstätten

Martin Gutzeit, Vorsitzender des AK II der Berlin-Brandenburgischen Gedenkstätten

 

10:30 – 11:30 Uhr  Podiumsdiskussion

zum Thema „Wie sind Lebenswelt und Geschichte vereinbar?“

 

Moderation: Cornelia Siebeck, Historikerin Berlin/Bochum.

 

Teilnehmer/Innen:

Haluk Kaplan, Lehrer an der Carl-von-Ossietzky Gemeinschaftsschule in Berlin

Birgit Neidnicht, Lehrerin am Sängerstadt-Gymnasium in Finsterwalde

Dr. Elke Gryglewski, stellvertrende Leiterin der Gedenkstätte Haus der Wannseekonferenz

Uta Gerlant, Vorsitzende der Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße

Schüler/Innen

 

11:30-12:30 Uhr

Mittagspause mit Catering zum Selbstkostenpreis von 6 €. Wenn gewünscht, bitte bei der Anmeldung angeben.

Während der Mittagpause stellt Ingolf Seidel im Veranstaltungsraum das Online-Projekt „Lernen aus der Geschichte“ vor.

11:30 Uhr 30minütige Überblicksführung in der Gedenkstätte Sachsenhausen

12:00 Uhr 30minütige Überblicksführung in der Gedenkstätte Sachsenhausen

– Bitte bei Interesse an den Führungen bei der Anmeldung vermerken –

 

12.30 – 15.00 Uhr  Workshop-Phase

 

Workshop 1: Erinnerungskonflikte im Alltag der Gedenkstättenarbeit. 

Moderation: Dr. Insa Eschebach, Leiterin der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück.

Teilnehmende Gedenkstätten: Haus der Wannseekonferenz, Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße/Potsdam, Gedenkstätte deutscher Widerstand

Hier werden Probleme und Chancen angesprochen, die in der alltäglichen Gedenkstättenarbeit durch Gegensätze zwischen familiärer Erinnerung oder durch medial geprägte Geschichtsbilder und den von den Gedenkstätten vermittelten Inhalten hervorgerufen werden.

Input von Sonja Rosenstiel von der Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße:

„Das war doch gar nicht so!“ Immer wieder treten in der Vermittlung zeitgeschichtlicher Themen Konflikte mit Besucher_innen auf, wenn sich deren eigene Erinnerungen bzw. die ihres Umfeldes nicht mit der Narration der Vermittler_innen deckt. Welche Diskrepanzen treten hierbei besonders häufig auf? Wie lassen sich diese Erinnerungskonflikte auflösen? Welche Methoden oder Strategien sind hilfreich?

Input von Sabine Sieg von der Gedenkstätte deutscher Widerstand:

Lilo Herrmann, Edelweißpiraten und Rote Kapelle – Beispiele von conflicting memories in der Rezeption des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus. Es wird ein Bildungsformat der Gedenkstätte Deutscher Widerstand vorgestellt, das sich vor allem an Schüler_innen der Sek. II wendet und die Rezeptionsgeschichte des Widerstandes thematisiert. Der für Schüler_innen oft überraschend konfliktreiche Umgang mit dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus und die unterschiedlichen „Erinnerungen“ sollen an einigen Beispielen verdeutlicht werden.

Input von Dr. Elke Gryglewski, Haus der Wannseekonferenz:

In  der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz wird in den pädagogischen Veranstaltungen – Führungen, Kleingruppenarbeiten in der Ständigen Ausstellung sowie ein- und mehrtägige Studientage –  der Versuch unternommen, auf die mitgebrachten Familiennarrative der Teilnehmenden einzugehen. Dies ist jedoch nicht unbeschränkt möglich- wo liegen die Grenzen der Berücksichtigung verschiedener Perspektiven?  Was für Potentiale entfalten sich in diesem Ansatz?

 

Workshop 2: Erinnerungskonflikte im Kontext größerer gedenkstättenpädagogischer Projekte.

Moderation Christine Müller-Botsch, Stellvertretende Leiterin
Historisch-Politische Bildungsarbeit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Teilnehmende Gedenkstätten: Gedenkstätte Sachsenhausen, Gedenkstätte Ravensbrück, Gedenkstätte Hohenschönhausen, Erinnerungsstätte Marienfelde

Welche Herausforderungen werden bei intensiveren pädagogischen Angeboten deutlich? Wie gehen wir im Rahmen internationaler Jugendbegegnungen mit unterschiedlichen Geschichtsbildern und -narrativen um? Wie wird die Verantwortung der Mehrheitsgesellschaft- gerade in der direkten Umgebung von Haftstätten- von Jugendlichen bewertet?  Gibt es dabei gerade bei lokalen oder familiären Bezügen von den Jugendlichen Abwehrhaltungen?

Input von Katja Anders von der Gedenkstätte Sachsenhausen:

In bi- oder multilateralen Jugendbegegnungen in der Gedenkstätte Sachsenhausen kann es auf unterschiedlichen Ebenen zu „conflicting memories“ kommen, die gerade das Potential von Geschichtslernen im internationalen Kontext ausmachen. Ziel der methodischen Ansätze ist es, durch die Begegnung Alteritätserfahrungen zu ermöglichen, die ein multiperspektivisches Geschichtsbewusstsein und die Identitätsbildung von Jugendlichen fördern, auch wenn Konflikte nicht immer aufgelöst werden können.

Input von Dr. des. Andrea Prause, Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen

VR-Technik im außerschulischen Geschichtsunterricht

In der pädagogischen Vermittlung von DDR-Geschichte stehen sich häufig familiale Narrative und Unterrichtsinhalte diametral gegenüber. DDR-Mythen um soziale und finanzielle Sicherheiten bzw. einen positiv konnotierten Fürsorgestaat konterkarieren beharrlich die diktatorische Seite des ehemaligen ostdeutschen Staates, welcher in der ehemaligen Stasi-Haftanstalt offensichtlich wird. Die Nutzung eines 360Grad-VR-Films, welcher den Zuschauer in die Rolle eines Häftlings in Zelle und Verhör versetzt, ergänzt das vielfach nur auf rationaler Ebene vermittelbare Geschichtsbild. Was erlebte und wie fühlte sich ein politischer Häftling während seiner Untersuchungshaft in Hohenschönhausen?

„Deutsch lernen und Geschichte entdecken“ – ein Projekt der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde, vorgestellt von Juliane Haubold-Stolle und Gesine Klintworth.

Wir entwickeln ein Angebot für Orientierungskurse in Deutsch auf dem Sprachniveau B1. Während eines Seminars in der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde  entdecken die Zuwanderer und Zuwanderinnen die Geschichte der deutschen Teilung und der innerdeutschen Migration, erhalten aber auch Raum für die Erzählung eigener Erfahrungen. Das Sprechen über die Geschichte übt die Ausdrucksfähigkeit und dient damit auch dem Spracherwerb. Die eigene Zuwanderung kann dann als ein neuer, ergänzender  Teil der deutschen Geschichte gesehen werden, das eigene Narrativ gewissermaßen in die deutsche Geschichtserzählung eingepasst werden. Doch ergeben sich aus der Auseinandersetzung mit den Themen der Ausstellung jedoch auch Kontroversen, z.B. über die Frage, was ein legitimer Fluchtgrund ist oder ob man bei Flüchtlingen im eigenen Land von Integrationsschwierigkeiten sprechen kann.

 

Input von Matthias Heyl von der Gedenkstätte Ravensbrück:

Familiale Bezüge zur NS-Geschichte werden mit wachsendem generationellen Abstand zu dieser Geschichte schwieriger. Anhand eines Zusammenschnitts aus mehreren Filmszenen eines aufwändigeren Filmprojekts soll ein reflektieretes Diskussionsagebot zu der Frage geschaffen werden, wie dort, wo familiale Überlieferung dann doch einmal eine Rolle spielt, mit den dabei aufkommenden Widersprüchen umgegangen wurde oder umgegangen hätten werden können.

Workshop 3: Umgang mit Erinnerungen von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen in NS- und SBZ/DDR-Gedenkstätten

Moderation Dr. Ines Reich, Leiterin der Gedenk- und Begegnungstätte Leistikowstraße Potsdam.

Teilnehmende Gedenkstätten: Gedenkstätte Berliner Mauer, Gedenkstätte Sachsenhausen (Gedenkstättenlehrer), Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße Potsdam

Input Dr. Katrin Passens von der Gedenkstätte Berliner Mauer:

Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sind heute sehr präsent, wenn man sich der Zeitgeschichte nähert: Medien inszenieren sie (oft als „Talking Heads“), um historischen Dokumentationen besondere „Wahrhaftigkeit“ zu geben. Gedenkstätten arbeiten seit Jahrzehnten intensiv mit den Erinnerungen von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. Die Potentiale der emphatischen Wissensvermittlung sind bekannt – sie brauchen aber einen Rahmen. Mit quellenkritischer Herangehensweise können historische Erkenntnisse vermittelt werden. Im Seminarsetting mit einem Zeitzeugen erfordert die unmittelbare Begegnung gegenseitigen Respekt und stellt die quellenkritische Herangehensweise vor Herausforderungen. Bei Schülerinnen und Schülern können Irritationen entstehen, etwa weil Äußerungen im Widerspruch zu in Familie und Schule tradierten Narrativen stehen. Was kann die Bildungsarbeit von Gedenkstätten hier leisten? Welche Vor- und Nachbereitung durch den Schulunterricht ist unabdingbar? Und welche gesellschaftlichen Rahmenbedingungen fördern einen offenen, konstruktiven Umgang mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen?

 

 

Workshop 4: Umgang mit medialer Prägung.

Moderation Prof. Dr. Axel Klausmeier, Gedenkstätte Berliner Mauer

Teilnehmer: Medienpädagoge Dr. Martin Brendebach. Weitere Teilnehmer sind das Anne-Frank Zentrum und das Menschenrechtszentrum Cottbus sowie der Berliner LStU und die Bundeszentrale politische Bildung

In diesem Workshop wird der Einfluss medialer Bilder auf die Geschichtsrezeption erörtert.

Dr. Martin Brendebach wird sein Projekt der Dekonstruktion von historischen Spielfilmen anhand von zwei Stauffenberg-Verfilmungen vorstellen. Das Anne-Frank-Zentrum wird neues pädagogisches Filmmaterial über „Flucht im Lebenslauf“ am Beispiel von Anne Frank vorstellen.

Johannes Näder vom Menschenrechtszentrum Cottbus reflektiert das Potenzial kreativer Film- und Medienworkshops in der historisch-politischen Bildungsarbeit mit Blick auf das Ziel, Jugendliche zu kritischer Medienrezeption und reflektiertem Medienhandeln anzuregen.

Elena Demke (LStU) und Holger Kulick (bpb) zeigen anhand von Beispielen auf, wie filmische Bildungsangebote dazu beitragen können, die kritische Reflexion von SchülerInnen über familiäre und mediale Prägungen ihres DDR-Bilds zu stärken. Elena Demke erläutert am Beispiel des Einsatzes des Films „Bridge of Spies“ in dem Projekt „Grenzgänger des Kalten Krieges“, wie historische Spielfilme Gegenwartsbezug und Handlungsorientierung herstellen können. Holger Kulick stellt neue Online-Angebote aus der Bundeszentrale für politische Bildung und ihrer Mediathek vor, die sich mit den Themen DDR, SED, Stasi und Kalter Krieg befassen. Des Weiteren werden Möglichkeiten zur Nutzung filmischer Quellen zur DDR-Geschichte aufgezeigt, die ohne retrospektive Kommentare und Gestaltungseffekte verfügbar sind.

 

15.15 – 16.15 Uhr Abschlussdiskussion

Im Plenum werden die Workshops durch die Podiumsteilnehmer_Innen zusammengeführt und anschließend mit Gästen aus Wissenschaft und Pädagogik unter folgender Leitfrage diskutiert:

Wie lassen sich die Ergebnisse aus den Workshops in Unterricht und Gedenkstättenarbeit umsetzen?

Moderation:

Prof. Dr. Oliver Plessow, Fachbereich Geschichtsdidaktik der Universität Rostock.

 

Teilnehmende auf dem Podium:

 

Dr. Jürgen Bretschneider, Filmernst.de, Organisation von Filmerlebnissen für Jugendliche.

Dr. Sabine Moller, Institut für Geschichtswissenschaft an der HU Berlin.

Dr. Irmgard Zündorf, Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam.

Dr. Carola Rudnick, Gedenkstätte „Euthanasie“- Anstalt Lüneburg.

 

16:45 Uhr Shuttleservice zum Bahnhof Oranienburg

 

 

Abreise

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