Blog

15.Berlin-Brandenburgische Forum für zeitgeschichtliche Bildung am 8. Oktober 2018 im Museum Berlin-Karlshorst

„Über uns – ohne uns…?“ Vielfaltserfahrungen in der Gedenkstättenpädagogik

 

Das Berlin-Brandenburgische Forum für zeitgeschichtliche Bildung findet in diesem Jahr am 8. Oktober 2018 im Museum Berlin-Karlshorst statt.

 

Aktuelle Informationen zum Programm, zu den Workshops und zur Anmeldung finden Sie hier.

 

Das Forum mit Podiumsdiskussionen, Vorstellung neuer pädagogischer Angebote und Workshops richtet sich in erster Linie an Lehrkräfte im Fach Geschichte und ist in Berlin und in Brandenburg als offizielle Fortbildung für Lehrkräfte anerkannt.

 

Wir möchten mit Ihnen ins Gespräch über Vielfalt in der historischen Vermittlungsarbeit kommen. Wie sieht außerschulische Bildungsarbeit aus, die Vielfalt mitdenkt – Vielfalt in den Schulklassen, im Team der Lehrkräfte, bei der pädagogischen Begleitung in den Gedenkstätten, bei der Auswahl der Themen und Methoden und im Sinne der Barrierefreiheit?

 

 

Folgende Gedenkstätten stellen im Rahmen der Workshops am 8. Oktober 2018 ihre pädagogischen Programme vor:

 

Workshop 1 / Erfahrungen von Vielfalt

Moderation: Bettina Effner, Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde

 

Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, Dr. Matthias Heyl

Der Referent berichtet über die Erfahrungen aus den Projekten »Sound in the Silence« und  »Ravensbrücker Generationenforum«. Jugendliche und junge Erwachsene aus aller Welt trafen Ravensbrück-Überlebende. In künstlerischen Workshops (Kreatives Schreiben, Theater, Tanz, Audiomedien) konnten die Jugendlichen in einem offenen Prozess ihre Gedanken und Gefühle ausdrücken.

 

Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt, Franziska Drechsler

Blinde und sehbehinderte Menschen barrierefrei an Kultur teilhaben lassen – eine Dauerausstellung so gestalten, dass die Inhalte mit anderen Sinnen erfahren werden können. Die Referentin stellt exemplarisch „Führungen durch die Dauerausstellung für blinde und sehbehinderte Menschen“ vor.

 

Anne Frank Zentrum, Veronika Nahm

»Stories that Move – Toolbox gegen Diskriminierung« umfasst als Online-Material Erfahrungen und Perspektiven von Jugendlichen aus sieben verschiedenen europäischen Ländern. Zusammen sollen die Erfahrungen für verschiedene Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit sensibilisieren und dazu ermutigen, für Andere einzustehen.

 

Gedenkstätte Berliner Mauer, Dr. Katrin Passens

Die Referentin berichtet von den Erfahrungen im Programm TANDEM (Tools And New approaches for people with Disabilities Exploring Museums) – ein Zusammenschluss von Einrichtungen verschiedener europäischer Länder, die sich das Entwickeln und Einführen inklusiver Bildungsangebote zur Aufgabe gemacht haben. Außerdem soll die Partnerschaft die Vermittlungsarbeit für Menschen mit Behinderungen in Museen und Gedenkstätten fördern.

 

Stiftung Topographie des Terrors, Murat Akan

Wie war das damals? Das vorgestellte Projekt bietet ein szenarisches Annähern an die Handlungsspielräume im NS-Staat. Es lädt zur Inklusion ein und schaut so aus verschiedenen Perspektiven in die Vergangenheit.

 

 

 

Workshop 2 / Erfahrungen von Vielfalt

Moderation: Patrick Siegele, Anne Frank Zentrum

 

Jugendmuseum Schöneberg/Gedenkort SA-Gefängnis Papestraße, Ellen Roters

„All included!“ und „Villa Global“ sind Angebote des Jugendmuseums in Berlin-Schöneberg, außerdem betreut das Jugendmuseum die pädagogische Arbeit am Gedenkort SA-Gefängnis Papestraße. Ellen Roters berichtet, inwiefern die Erfahrungen aus dem Jugendmuseum für die pädagogische Arbeit am Gedenkort SA-Gefängnis Papestraße genutzt werden können.

 

Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Dr. Christine Müller-Botsch

Menschen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus – Seminarteilnehmende lernen ehemalige WiderstandskämpferInnen und verschiedene Widerstandsformen zur Zeit des Nationalsozialismus kennen. Der biographische Ansatz, den die Referentin im Workshop vorstellt, zeigt die gesellschaftliche Breite und Vielfalt auf und ist somit für heterogene Gruppen und alle Lernniveaus geeignet.

 

Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde, Kathrin Steinhausen

Die Referentin stellt die Sonderausstellung „Nach der Flucht. Wie wir leben wollen“ und das Planspiel „Ankunft in Andersland“ vor. Der Fokus liegt auf Deutschland als Einwanderungsgesellschaft. Ziel ist es, die Teilnehmenden zu einer individuellen Auseinandersetzung mit der Lebensrealität von Geflüchteten anzuregen sowie eine Diskussion darüber zu ermöglichen, welche Kriterien über die Akzeptanz von Migrant/innen in der Aufnahmegesellschaft entscheiden und unter welchen Bedingungen das Zusammenleben in einer demokratisch-pluralen Gesellschaft gelingen kann.

 

Beauftragte des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur, Silvana Hilliger

„Kontroverse Geschichte(n)“. Silvana Hillinger stellt ein neues Fortbildungsangebot vor, das für die Pädagogik an Lernorten zur SBZ und DDR von drei Partnern aus Berlin, Brandenburg und Thüringen entwickelt wurde. Anhand von 1) der Vermittlung methodischer Ansätze zur Reflexion eigener pädagogischer Haltungen und 2) der Unterstützung beim Umgang mit heterogenen jugendlichen Gruppen an Lernorten zur Geschichte von SBZ und DDR soll eine Qualitätsverbesserung in der Gedenkstättenpädagogik angestoßen werden.

 

 

 

Workshop 3 / Erfahrungen von Vielfalt

Moderation: Dr. Maria Nooke, Beauftragte des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur

 

Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Morde Brandenburg an der Havel, Christian Marx

Der Referent stellt gemeinsam mit Kerstin Latzke von der Lebenshilfe Werkstatt Brandenburg an der Havel vor, wie Menschen mit Lernschwierigkeiten zusammen mit GedenkstättenmitarbeiterInnen inklusive Workshops und Führungen entwickeln und selbst Führungen zu den NS-Euthanasie-Verbrechen geben.

 

Museum Berlin-Karlshorst, Ragna Vogel

Der Workshop „Post für dich! Ein inklusives Bildungsformat für Jugendliche zu den vergessenen Opfern des NS-Vernichtungskriegs gegen die Sowjetunion“ richtet sich u.a. auch an Gehörlose und Menschen mit Hörstörungen. Die Referentin berichtet im Tandem mit Heiko Kaudelka, Experte in eigener Sache, über die Anpassung des Workshop-Konzepts an die Bedürfnisse Gehörloser und von Menschen mit Hörstörungen.

 

Berliner Beauftragter für die Aufarbeitung der SED-Diktatur, Elena Demke

Leben mit Behinderungen in der DDR – Elena Demke stellt didaktisch aufbereitete Quellen und Arbeitsvorschläge unter anderem zu folgenden Teil-Themen vor: Agency und Behinderung in der Diktatur, Neue Möglichkeiten und neue Behinderungen: Perspektiven auf die Friedliche Revolution; „Sozialistischer Ableismus?“, Arbeit und Behinderung in der DDR.

 

(Dieser Workshop wird von Gebärdendolmetscherinnen begleitet)

 

 

 

Workshop 4 / Vor- und Nachbereitung von Gedenkstättenbesuchen

Moderation: Dr. Stephanie Bohra, Stiftung Topographie des Terrors

 

Gedenkstätte Hohenschönhausen, Dr. Jörg von Bilavsky

Der Referent berichtet von einem Modellvorhaben, das dazu dienen soll, die Projekttage an der Gedenkstätte noch gezielter und effizienter gemeinsam mit den Schulen vorzubereiten, damit das hier erworbene Wissen im Anschluss nachhaltig bei den Schülern verankert werden kann. Dabei wird an die Lebensrealitäten der SchülerInnen angeknüpft und Grundlagenwissen zur Diktatur und Demokratie, Opposition und politischer Haft sowie über die ideologischen Grundlagen übermittelt.

 

Gedenkstättenlehrer in Brandenburg, Ingolf Pötsch

Vorstellung eines „WhereIgo“-Projekts in den Gedenkstätten Internierungslager Ketschendorf, Hachschara Gedenkstätte Neuendorf i. S, Arbeitslager Bad Saarow Außenstelle des KZ Sachsenhausen und Fuchsbau, jüdischer Friedhof Fürstenwalde, Soldatenfriedhof Ottomar-Geschke-Platz Fürstenwalde, Soldatenfriedhof Hegelstraße Fürstenwalde. Verknüpfung der Methode „Stationenlernen“ mit den Funktionen eines Smartphones. An den Gedenkorten sind Arbeitsaufträge unterschiedlicher Art ausgelegt, die nacheinander von den SchülerInnen bearbeitet werden.

 

Jüdisches Museum, Dr. Diana Dressel

Das vorgestellte Unterrichtsmaterial für Exkursionen zu Orten der Erinnerung  – dem Denkmal für die zerstörte Synagoge Lindenstraße und dem Jüdischen Museum Berlin – ist für Integrations- und Orientierungskurse angedacht. Es beinhaltet jüdische Biografien in der Lindenstraße anhand von Materialien aus dem Archiv des Jüdischen Museums Berlin und Informationen zur Architektur am Beispiel der ehemaligen Synagoge und des Libeskind-Gebäudes.

 

7x jung – Trainingsplatz für Zusammenhalt und Respekt, Larissa Mogk

Wie vermitteln wir? Welche Methodik nutzen wir? Wie beziehen wir Schüler*innen ein? Wie regen wir eine Beschäftigung mit den Workshop-Themen über das Angebot hinaus an? Was funktioniert? Was funktioniert nicht? Wie gelingt der Transfer an der Schnittstelle zwischen außerschulischem Lernort und Schule? Was kann ein außerschulischer Lernort leisten? Was wünschen sich Lehrkräfte? Der Lernort 7x jung ermöglicht die aktive Auseinandersetzung mit den Themen NS-Geschichte, Diskriminierung und Ausgrenzung, Rassismus, Identität und Diversität, Demokratie und Freiheit, Migration und Flucht, Zivilcourage, Glaube und Religion.

 

 

Für Ihre Rückfragen steht gern Carolin Savchuk, Bildungsreferentin im Museum Berlin-Karlshorst unter savchuk(at)museum-karlshorst.de zur Verfügung.

Advertisements

Bericht vom Forum in Lernen aus der Geschichte

Im Web-Magazin „Lernen aus der Geschichte“ ist ein Bericht von Ingolf Seidel über das 14. Berlin-Brandenburgische Forum für zeitgeschichtliche Bildung erschienen.

http://lernen-aus-der-geschichte.de/Lernen-und-Lehren/content/13835